Zerfall Tour 2019

So, 12.05.2019 Einlass: 19:00 ‐ Beginn: 20:00 Kleiner Klub

Die Band Kind Kaputt stellt mit ihrem Debutalbum “Zerfall” ein Konzeptwerk, bestehend aus 12 Songs vor. Das Album schlägt in ein ähnliche Kerbe wie sie bereits Fjørt, Heisskalt und Van Holzen markierten, unterscheidet sich aber in vielen Punkten vom Sound dieser Bands.

Neben den hymnenhaften Melodien, die sich sowohl im Gesang als auch auf den Gitarren durch das Album ziehen, sind es vor allem die Texte, die den eigenen Charakter der Platte unterstreichen.

Der Aufbau ist an die literarische Form eines Bildungsromans angelehnt und stellt die Entwicklung eines Protagonisten dar, welcher an der Schwelle zur Reife steht und darüber hinausgeht. Zwischen Genre-Bezeichnungen wie Alternative Rock, Post Hardcore oder Emo-Core oszillierend, gelingt es der Band, ihre ganz eigene Version dieser Klangästhetik zu formulieren. Die Musik wirkt dunkel, schwer und erschlagend: darunter Gefühle wie Wut, Depression und Verzweiflung aber auch Sehnsucht und Hoffnung.

Wie der Weg des Protagonisten in den Texten, so verlaufen auch die Songs in unbeständigen Bahnen: zerberstende Ausbrüche der Verzweiflung, fragile Melodien und apathisch gesprochene Worte verschmelzen zu einem Gefühl und zu einer Ahnung davon, wie sich Existenz anfühlt, wenn man sie hinterfragt.

Die Grundidee hinter “Zerfall” ist es, die Gefühlswelt junger Menschen in der heutigen Zeit am Scheideweg in Richtung Erwachsenenalter darzustellen. Stellvertretend für persönliche Erfahrungen der einzelnen Bandmitglieder durchlebt der Protagonist im Verlauf des Albums eine Reihe von Entwicklungen. Seine Reaktionen darauf spiegeln einen Teil des Verhaltens der aktuellen Generation zwischen 18 und 28 wieder: Flucht, Verdrängung oder Kapitulation. Jeder Song spiegelt einen bestimmten Aspekt der Entwicklung wieder und trägt so seinen Teil zum Gesamtkonzept bei.

“Der Gedanke, das Debut-Album einem bestimmten Konzept folgen zu lassen, entstand bereits sehr früh im Arbeitsprozess. Wir wollten etwas schreiben, das auch als großes Ganzes wirken kann und nicht nur als die Summe der einzelnen Songs.” – Mathis Kerscher (Schlagzeug)

Der Sound des Albums ist wie auch die sprachlichen Bilder, bewusst düster und schwer gewählt und wurde von Jan Kerscher in den Ghost City Studios bei Nürnberg produziert. Kind Kaputt findet die richtigen Worte an Stellen, an denen man sie nicht vermutet und trifft mit geschmeidigen Phrasierungen, die zuweilen an den frühen Casper erinnern, dahin, wo es weh tut.

 “Wir wollten das Album so klingen zu lassen, wie sich diese Themen für uns anfühlen. Es ist also keine allgemeingültige Abhandlung über eine Generation, sondern die persönliche Sicht von uns auf die Entwicklung jener.” – Konstantin Cajkin (Gitarre)

In einer Welt, in der nichts mehr zählt, die aber ständig zerfällt, beschreibt dieses Album exakt die Hilflosigkeit, welche die junge Generation gerade zu verspüren in der Lage ist: unterfordert, desillusioniert und ohne Anleitung. Gott ist tot, wie auch der Sozialismus; und der Kapitalismus hat uns nur noch eine Sache übrig gelassen: Ein langweiliges, von Konsum und Leistungsdruck zersetztes Leben, welches genau eine Sache vermissen lässt: das Gefühl von Kohärenz.

 “Zu Beginn des Schreibprozesses hatte ich unglaublich viele Ideen und Themen im Kopf, die mich alle in irgendeiner Weise beschäftigt haben. Doch je länger ich über all diese Sachen nachgedacht hab, umso klarer sah ich, dass alles immer wieder auf ein und dieselben Fragen hinausläuft: Wann fühle ich mich angekommen? Wann bin ich zufrieden?” – Johannes Prautzsch (Gesang)

“Zerfall” spiegelt genau diese Inkohärenz wider. Das Hin- und Hergerissen und Getriebensein, das Warten auf das echte Leben, welches niemals kommen wird, das Warten auf das Glück, auf Godot und darauf, dass sich die Alten entschuldigen für den Scherbenhaufen, in den sie einen reingeboren haben. Aber nichts davon passiert, und es endet, wie es enden muss, mit der einzigen möglichen Reaktion auf diese Existenz: Akzeptanz.

“Ich glaube, es gibt kein Ankommen. Der Wunsch nach der eigenen Bedeutsamkeit lässt uns glauben, es gäbe irgendein Ziel. Doch wir sind bedeutungslos und der einzige existierende Sinn, ist der, den wir uns selbst geben.” – Johannes Prautzsch (Gesang)

Die visuelle Gestaltung des Albums folgt dem konzeptionellen Ansatz der Musik. Die jeweiligen Artworks der Songs untermalen die Stimmung dieser und erweitern jeden Titel um eine Interpretationsebene. Hierfür reisten Fabian und Sänger Johannes in ihre Vergangenheit als Post-Wende-Kinder und suchten nach Motiven, die zu ihrer persönlichen Desillusionierung beigetragen haben. Entstanden sind Fotomontagen, deren 2 Motive jeweils immer in Verbindung zueinander stehen. So steht beispielsweise der Hintergrund des Cover Artworks für die Fänge der gesellschaftlichen Normen und Regeln, die bereits im Kindesalter nach einem greifen. Der Kaugummiautomat im Zentrum verdeutlicht dabei das Lockmittel, etwas Süßes, das jedoch nicht umsonst, sondern nur gegen Zahlung von Geld abrufbar ist.

Der beige Grundton zieht sich durch das gesamte Album-Konzept. Die Farbe symbolisiert einerseits das unbehandelte, Rohe, den Status der Charakterentwicklung, in dem sich der fiktive Protagonist des Albums befindet. Andererseits besitzt der Farbton auch eine gealterte Wirkung, steht damit also auch für den Prozess der Desillusionierung. Die Musikvideos stellen Bruchstücke des Zerfalls dar. Sie nehmen Bezug auf Textstellen der Songs und interpretieren diese auf einer Gefühlsebene, die den einzelnen Titeln weiteren Tiefgang verleiht.

“Der Albumtitel “Zerfall” ist unser Sinnbild für den Prozess der Desillusionierung. Es ist ein schleichender Prozess: “Zerfall, Zerfall, bring mich zu Fall. Du kommst so leise und dann bist du überall” (aus Titel 8 ‘Abschied’)” – Fabian Willi Simon

Tickets bei allen bekannten VVK-Stellen und hier auf unserer Website.

 


Weitere Informationen findest Du hier:

facebook.com/kindkaputt · www.donnokov.de

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